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Universität Bayreuth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Universität Bayreuth
Motto Ordo et Claritas[1]
Gründung 1972 (Aufnahme des Lehrbetriebs WS 1975/76)
Ort Bayreuth
Bundesland Bayern Bayern
Land Deutschland Deutschland
Präsident Stefan Leible[2]
Studierende 12.077 (WS 2023/24)[3]
Mitarbeiter 2.617 (hauptberuflich; männlich 1.458, weiblich 1.159) (2023)[4]
davon Professoren 274 (männlich 196, weiblich 78) (2020)[4]
Jahresetat 244,2 Mio. € (2022)[3]
Drittmittel: 67,2 Mio. €
Netzwerke DFH[5]
Website www.uni-bayreuth.de
„Große Raumkurve“ des Bildhauers Norbert Kricke auf dem Campusgelände

Die Universität Bayreuth ist eine der jüngsten Universitäten in Deutschland. Sie wurde 1975 eröffnet und ist eine forschungsorientierte Campus-Universität mit sieben Fakultäten.

Geschichte

„Postei“ in der Friedrichstraße, Gebäude der ehemaligen Academia Fridericiana
Königliche Lehrerbildungsanstalt, 1895

Die markgräfliche Academia Fridericiana (Friedrichsakademie), die in Bayreuth von 1742 bis 1743 existierte und am 21. Februar 1743 von Karl VII. den Status einer Universität erhielt,[6] steht mit der heutigen Universität Bayreuth in keinem historischen Zusammenhang. Sie war vielmehr die kurzlebige Vorläuferin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Lehrerausbildung und Pädagogische Hochschule Bayreuth

Am östlichen Ende des Ortsteils Dürschnitz wurde 1895 die „Königliche Lehrerbildungsanstalt“ ihrer Bestimmung übergeben. Sie diente zunächst der Ausbildung evangelischer Volksschullehrer.[7] Aus dem Lehrerseminar wurde 1935 die Hochschule für Lehrerbildung, 1941 dann eine Lehrerinnenbildungsanstalt ohne Abituranforderung. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für die fortbestehende Lehrerbildungsanstalt, nun in Trägerschaft der evangelischen Kirche, wieder das Abitur vorausgesetzt.

Im Jahr 1954 entstand das Institut für Lehrerbildung, das 1958 zur Pädagogischen Hochschule (PH) Bayreuth ohne konfessionelle Orientierung aufgewertet wurde und 1964 einen neuen Standort am Geschwister-Scholl-Platz im Stadtteil Roter Hügel bezog. Zum 1. August 1972[8] wurde die PH Bayreuth aufgelöst und als Zweite Erziehungswissenschaftliche Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg angegliedert. Am 1. Oktober 1975 wurde sie in die neu gegründete Universität Bayreuth überführt, am 1. Oktober 1977 wurde deren Fachbereich Erziehungswissenschaften aufgelöst.[9]

Gründung der Universität

Am 5. November 1969 befasste sich der Bayreuther Stadtrat mit der wirtschaftlichen Stagnation und den Abwanderungstendenzen in Nordostbayern infolge dessen Lage nahe den Grenzen zur DDR und zur Tschechoslowakei. Um eine wirksame Strukturverbesserung einzuleiten, die gleichwertige Lebensbedingungen mit dem übrigen Bundesgebiet gewährleiste, seien verschiedene Maßnahmen erforderlich. In diesem Zusammenhang beantragte er einstimmig die Errichtung einer Universität in der Stadt. Am 19. März 1970 wurde ein Universitätsverein ins Leben gerufen, dessen Mitgliederzahl schnell auf 800 anwuchs. Neben Bayreuth bewarben sich auch Bamberg, Coburg, Landshut, Passau und Ingolstadt als Standorte für eine Universität oder Hochschule.[10]

Abgeordnete aller im Bayerischen Landtag vertretenen Parteien, der Bezirkstag Oberfranken und zahlreiche Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens setzten sich für den Bau der Universität ein. Hervorzuheben sind Konrad Pöhner und Simon Nüssel sowie der Bayreuther Oberbürgermeister Hans Walter Wild, der großes Verhandlungsgeschick bewies.[11] Bereits am 16. Juli 1970 wurde ein Landtagsbeschluss erreicht, demzufolge die nächste bayerische Landesuniversität ihren Standort in Bayreuth erhalten sollte.[12] 1971 empfahl der Wissenschaftsrat die Aufnahme der Universität in die Maßnahmen nach dem Hochschulbauförderungsgesetz. Unter dem Vorsitz des Physikers Wolfgang Wild wurde ein Strukturbeirat gebildet,[13] der für das Jahr 1985 die Zahl von 8500 Studienplätzen und 3200 Beschäftigten erwartete.[14]

Die Universität wurde vom Bayerischen Landtag zum 1. Januar 1972 als siebte bayerische Landesuniversität ins Leben gerufen. Der Landtagsbeschluss wurde am 14. Dezember 1971 in der Stadt mit einem Fackelzug gefeiert.[11] „Seit heute Nachmittag um 14.19 Uhr ist Bayreuth wieder Universitätsstadt!“ hatte der Oberbürgermeister den etwa 3000 Bürgern, die sich vor dem Rathaus eingefunden hatten, mitgeteilt. Lautsprecherwagen der Polizei verkündeten das Ereignis in der Stadt; Kirchenglocken, das erste offizielle Läuten des neuen Rathausglockenspiels, eine Kundgebung, ein Raketenschuss vom Rathausdach, Blasmusik und Freibier gaben der allgemeinen Freude Ausdruck.[15]

Anstelle der ebenfalls erwogenen Standorte Wendelhöfen und Roter Hügel[16] wurde das Gelände des einstigen Exerzierplatzes[14] südlich der Stadtteile Kreuzstein und Birken gewählt. Die Geschäftsstelle der Universität Bayreuth nahm 1972, zunächst im von den Nationalsozialisten errichteten[17] Haus der deutschen Kurzschrift[18] („Stenohaus“) am Luitpoldplatz,[19] ihre Tätigkeit auf. Im Oktober 1973 trat Gründungspräsident Klaus Dieter Wolff sein Amt an.[13] Am 23. März 1974 wurde der Grundstein gelegt, am 27. November 1975 eröffnete Kultusminister Hans Maier mit einem Staatsakt im Markgräflichen Opernhaus[20] die Universität Bayreuth mit Schwerpunkt Naturwissenschaften.[11]

Entwicklung seit 1975

Den Forschungs- und Lehrbetrieb nahm sie bereits am 3. November 1975[21] zum Wintersemester 1975/76 mit 637 Studierenden, 24 Professoren und einer Professorin auf. Angeboten wurden zunächst die Diplomstudiengänge Biologie und Mathematik, dazu Lehramt für Grund- und Hauptschulen sowie Lehramt für Gymnasien (Fächer Mathematik, Physik und Sport).[22] Die vormalige Pädagogische Hochschule wurde zunächst als Erziehungswissenschaftliche Fakultät in die Universität eingegliedert. Zum Wintersemester 1977/78 wurde sie aufgelöst und die didaktischen Fächer in die Fakultäten der jeweils dazugehörigen Disziplinen integriert. Die Volksschullehrerausbildung wurde in Bayreuth neben Diplom- und Magisterstudiengängen sowie Studiengängen für Lehrämter an weiterführenden Schulen noch bis 2005 angeboten. Die Studiengänge für Lehrämter an Gymnasien und Realschulen blieben weiterhin erhalten.

Erstes Bauwerk auf dem Campus war das 1975 fertiggestellte Gebäude Geowissenschaften I westlich des Bauernhofs Birkengut,[20] der zunächst von der Universität genutzt und nach einem Brand 1994 abgerissen wurde.[23] 1977 kam das Gebäude Geowissenschaften II hinzu,[20] von 1980 bis 1983 wurde Naturwissenschaften II errichtet. 1988 wurde die Universitätsbibliothek, die bis dahin in einem Provisorium untergebracht war, eingeweiht und das Fundament des 8,6 Millionen DM teuren Baus Geisteswissenschaften II betoniert. Am 5. Januar jenes Jahres gelang den Physikern Frank Pobell, Kurt Gloos und Peter Smeibidl nach vierjähriger Vorbereitungszeit ein neuer Tiefsttemperaturrekord.[24] Im Oktober 1990 wurde ein Kooperationsabkommen mit der tschechoslowakischen Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice unterzeichnet,[25] im November 1990 ging das Blockheizkraftwerk der Universität in Betrieb. Die 2,3 Millionen DM teuere Anlage wurde von der Energieversorgung Oberfranken konzipiert und gebaut.[26] Im Juni 1991 wurde dem tschechoslowakischen Menschenrechtsaktivisten und Staatspräsidenten Václav Havel die Ehrendoktorwürde der Universität Bayreuth verliehen.[27]

1994 wurde die Universitätsverwaltung aus der Kanalstraße in der Innenstadt (ehemaliges Steno-Haus) auf den Campus verlegt.[28] Im selben Jahr wurde das Auditorium Maximum mit einer Kapazität von 700 Plätzen fertiggestellt,[14] 1999 das Gebäude für die 1998 gegründete Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN).[29] Als erste bayerische Universitätsstadt führte Bayreuth im August 1996 das Semesterticket ein.[30]

  • Schwerpunkt Experimentelle Ökologie
  • Schwerpunkt Makromolekulare Chemie
  • Schwerpunkt Afrikanologie
  • Forschungsinstitut für Musiktheater (fimt)
  • Studiengang Technischer Physiker
  • Studiengang Wirtschaftsjurist.

Neben der Schwerpunktbildung war es die „Schnittstellenphilosophie“, die sich für die weitere Entwicklung der Universität als besonders effektiv erwies. Sie beinhaltet, an den Berührungs- und Schnittpunkten verschiedener Disziplinen zukunftsträchtige wissenschaftliche Lehre und Forschung zu leisten. Auf dieser Grundlage war Interdisziplinarität in nahezu allen Bereichen von Anfang an ein für Bayreuth besonders typisches Merkmal.

Im Zusammenhang mit dem Ausbau des ökologischen Schwerpunkts konnte die Universität Bayreuth bereits kurz nach der Betriebsaufnahme mit der Einrichtung eines großflächigen Ökologisch-Botanischen Gartens zur Unterstützung von Forschung und Lehre beginnen, in dem Vegetationstypen aus aller Welt nachgebildet und profilrelevante Forschungsaktivitäten ermöglicht werden sollten. Gleichzeitig umfasste das Konzept den neuartigen Aspekt der Öffentlichkeit und des Erholungswerts für die Region.

Im Sommer 1977 nahm das Forschungsinstitut für Musiktheater im Schloss Thurnau seine Tätigkeit auf. Am 27. November 1981 wurde im Gebäude der ehemaligen markgräflichen Münzstätte das Afrikazentrum „Iwalewahaus“ eröffnet.[13] Unter der Bezeichnung Pflanzen-Herbivoren-Systeme wurde 1987 das erste Graduiertenkolleg in Bayern eingerichtet.

1989 wurde der damals 83-jährige Arthur Maria Rabenalt zum Honorarprofessor ernannt. Wegen antisemitischer und rassistischer Inhalte in dessen Werken wie … reitet für Deutschland und Das Filmbett war diese Berufung nicht unumstritten. Zudem stand der Vorwurf im Raum, er habe den Professorentitel durch die Gründung einer Stiftung „erkauft“. Wole Soyinka, nigerianischer Träger des Nobelpreises für Literatur, bat die Universität in diesem Zusammenhang, auf die in jenem Jahr vorgesehene Verleihung der Ehrendoktorwürde an ihn vorerst zu verzichten.[31] Im Zuge der Plagiatsaffäre Guttenberg geriet die Universität Bayreuth im Jahr 2011 bundesweit in die Schlagzeilen.

Zum Ende der 1990er Jahre erweiterte die Universität ihr Profil noch einmal erheblich, indem sie ihre bislang vier Forschungsschwerpunkte auf neun ausweitete und im Rahmen der europäischen Studiengangsreformen (Bologna-Prozess) zum Wintersemester 1999/2000 das Bachelor- und Mastersystem einführte. Die Schwerpunkte wurden wie folgt neu formuliert:

  • Afrikanologie
  • Dynamik und Ordnung: Entwicklung von Rechtskultur und Wirtschaft
  • Hochdruck- und Hochtemperaturforschung
  • Kulturvergleich und interkulturelle Prozesse
  • Makromolekül- und Kolloidforschung
  • Molekulare Biowissenschaften
  • Neue Materialien
  • Nichtlineare Dynamik
  • Ökologie- und Umweltwissenschaften.

Der zunehmende Wissenschaftswettbewerb zeigte sich in jüngster Zeit unter anderem in den aufkommenden Standards und Zertifizierungen im Bereich von Akkreditierungen und Rankings. Drittmittelzuweisungen gewannen mehr und mehr an Bedeutung und ermöglichten die Erweiterung der Forschungs- und Studienmöglichkeiten durch neue Einrichtungen und Einrichtungsformen sowie durch weitergehende globale Vernetzung.

Zum Ende des Jahrzehnts erweiterte die Universität ihr Profil noch einmal erheblich, indem sie ihre bislang vier Forschungsschwerpunkte auf neun ausweitete und im Rahmen der europäischen Studiengangsreformen (Bologna-Prozess) zum Wintersemester 1999/2000 das Bachelor- und Mastersystem einführte. Der zunehmende Wissenschaftswettbewerb zeigte sich unter anderem in den aufkommenden Standards und Zertifizierungen im Bereich von Akkreditierungen und Rankings. Drittmittelzuweisungen gewannen mehr und mehr an Bedeutung und ermöglichten die Erweiterung der Forschungs- und Studienmöglichkeiten durch neue Einrichtungen und Einrichtungsformen sowie durch weitergehende globale Vernetzung.

Das heutige Profil zeichnet sich aus durch eine Differenzierung in bereits international sichtbare Profilfelder, die sich durch einen hohen Grad an thematischer und programmatischer Kohärenz auszeichnen („Advanced Fields“), und in neue interdisziplinäre Profilfelder, die sich im Anfangsstadium einer als zukunftsfähig identifizierten dynamischen Entwicklung befinden, indem sie auf einen virulenten und gesellschaftlich relevanten Forschungsbedarf reagieren („Emerging Fields“).[32]

Bei ihrer Lehrbetriebsaufnahme im Jahr 1975 war die Universität für im Endausbauzustand bis zu 8000 Studierende konzipiert worden. Zum Wintersemester 2014/15 wurde die Zahl von 13.000 überschritten. Auf den kontinuierlichen Aufwuchs wurde mit einem personellen und infrastrukturellen Ausbau reagiert. 2018 lag der Anteil der internationalen Studierenden bei 9 %, 2019 bei 11 %.[33] Im September 2018 eröffnete die bayerische Wissenschaftsministerin Marion Kiechle das Bayerische Zentrum für Batterietechnik (BayBatt) an der Universität Bayreuth. Es soll innerhalb von fünf Jahren aufgebaut werden und im Endausbau 114 Stellen, davon 12 Professuren, umfassen.[34]

Tatsächlich umfasst die Universität 5 Jahre später sogar 274 Professoren (196 männlich, 78 weiblich), Stand Juni 2023, und gehört mit rund 2.617 Mitarbeitenden (1.458 männlich, 1.159 weiblich) zu den größten Arbeitgebern in seiner Heimatstadt Bayreuth.

Die Universität wurde in den letzten Jahren durch eine Vielzahl nationaler und internationaler Rankings ausgezeichnet.

Universitätsverfassung

Die Universität Bayreuth verfügt über eine Grundordnung,[35] in deren Präambel die Interdisziplinarität, Internationalität und das gezielte Setzen von Schwerpunkten als Leitbild formuliert sind.[36]

Campus

Blick auf den zentralen Universitätscampus in Richtung Norden (im Hintergrund ist das Richard-Wagner-Festspielhaus zu erkennen)

Die Universität hat zwei Standorte. Der 81,99 ha große[22] Bayreuther Campus liegt im Süden Bayreuths, nahe der A 9, Ausfahrt Bayreuth-Süd (Nr. 42). Der Campus Kulmbach ist im Aufbau und befindet sich mit seiner Fakultät VII weiter nördlich. Der größte Teil der Universität befindet sich am Campus Bayreuth, nur wenige Einrichtungen sind in anderen Gebäuden in und um Bayreuth angesiedelt. Die Studentenwohnheime befinden sich weitgehend in unmittelbarer Nähe des Campus.[37]

Der Campus wird auch als ´Green Campus´ bezeichnet, da Nachhaltigkeit an der Universität Bayreuth facettenreich gelebt wird: 2021 hat die Uni Bayreuth als eine der ersten bayerischen Universitäten eine verbindliche Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet.

Kunst und Kultur auf dem Campus

Stele und rostiger Kopf am Audimax
Eine der Figuren von Stephan Balkenhol

Auf dem Campus existieren (Stand 2017) 32 im Freien ausgestellte, öffentlich zugängliche Kunstwerke. Zu den bekanntesten zählen die Große Raumkurve von Norbert Kricke, der rostige Kopf gegenüber dem Audimax von Wolfgang Bier, die Edelstahlarbeit von Erich Hauser im Innenhof des Gebäudes NW II und die um das Rondell verteilten Figuren von Stephan Balkenhol. Neuzugang im Jahr 2017 war das aus zwei Spiegeln bestehende Werk you are free von Robert Kessler.[38] Vor dem Gebäude der Technologie-Allianz Oberfranken (TAO) steht seit 2022 die dreiteilige Skulptur Wachsen, drei feuerrote, 14, 16 und 18 Meter hohe Halme aus Edelstahl.[39]

Seit 1988 findet auf dem Campus jährlich im Frühsommer das Musikfestival Uni-Open-Air statt. Die eintägige Veranstaltung, die von Studierenden organisiert wird, bringt Rock, Indie-Rock und Punk auf eine Bühne im Innenhof des Gebäudes NW II. Unter anderem traten die Sportfreunde Stiller (2000), Tomte (2001), Robocop Kraus (2009) und Vierkanttretlager (2014) auf.[40]

Ein ehemaliges Gewächshaus ist der Veranstaltungsort „Glashaus“, der von Studierenden und Mitarbeitenden der Universität ehrenamtlich betrieben wird. Seit 1997 ist der als gemeinnützig anerkannte Verein Glashaus e. V. Träger der Einrichtung.[41] 2018 wurde das Glashaus mit dem deutschlandweit ausgelobten Spielstättenprogrammpreis Applaus für herausragende Livemusikprogramme ausgezeichnet.[42][43]

Gliederung

Hochschulleitung

Präsidenten von bis
Klaus Dieter Wolff 1973 1991
Helmut Büttner 1991 1997
Helmut Ruppert 1997 2009
Rüdiger Bormann 2009 2013
Stefan Leible 2013[44] aktuell

Erster Kanzler war von 1973 bis Oktober 1999 Wolf-Peter Hentschel, der ab dem 1. Januar 1972 bereits die Geschäftsstelle der Universität geleitet hatte. Von November 1999 bis 2010 war Ekkehard Beck und von 2011 bis 2020 Markus Zanner[45] Kanzler der Universität Bayreuth; dessen Nachfolgerin ist Nicole Kaiser.[46]

Hochschulrat

Dem Hochschulrat der Universität Bayreuth gehören aktuell folgende Mitglieder an:[47]

  • Adalbert Weiß (Vorsitzender der Hochschulrates), Puchheim
  • Knut Werner Lange, Universität Bayreuth (Stellvertretender Vorsitzender)
  • Karl Vincent Ebert, Studierender
  • Lars Grüne, Universität Bayreuth, Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik, Angewandte Mathematik
  • Lena Härtl, Studierende
  • Gabriela Paule, Universität Bayreuth, Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaft, Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
  • Steffen Schmidt, Universität Bayreuth, Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
  • Stefan Schuster, Universität Bayreuth, Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften, Tierphysiologie
  • Birgit Weber, Frauenbeauftragte
  • Stephanie Czerny, Geschäftsführerin bei DLD Media GmbH/ Hubert Burda Media und Mitgründerin der Konferenz Digital Life Design
  • Alexandra Füller, Geschäftsführende Gesellschafterin der Füller Glastechnologie Vertriebs-GmbH
  • Sabine Kunst, Humboldt-Universität zu Berlin
  • Britta Padberg, Nordrhein-Westfälische Academy für Internationale Politik gGmbH
  • Robert Schlögl, Direktor am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und Gründungsdirektor des Max-Planck-Institutes für chemische Energiekonversion in Mülheim a.d. Ruhr
  • Gabriele Zedlmayer, Social Innovator und Präsidentin des Frauenbeirats der HypoVereinsbank
  • Als ständiger Gast: Ministerialrat Julian Mangels

Fakultäten

Vor dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Es gibt sieben Fakultäten:[35]

  1. Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik (MPI)
  2. Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften (BCG)
  3. Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (RW)
  4. Sprach- und Literaturwissenschaftliche Fakultät (SpLit)
  5. Kulturwissenschaftliche Fakultät (KuWi)
  6. Fakultät für Ingenieurwissenschaften (Ing.), (bis 24. Februar 2013: Fakultät für Angewandte Naturwissenschaften (FAN))[48]
  7. Fakultät für Lebenswissenschaften: Lebensmittel, Ernährung und Gesundheit (Campus Kulmbach)

Zentrale Einrichtungen

Zentrale Einrichtungen der Universität Bayreuth sind:[49]

Bibliotheken

Die Universitätsbibliothek ist in folgende Bibliotheksstandorte unterteilt:

  1. Zentralbibliothek mit integrierter Teilbibliothek Geisteswissenschaften (ZB)
  2. Teilbibliothek Rechts- und Wirtschaftswissenschaften (TB RW)
  3. Teilbibliothek Biologie/Chemie (TB NW I)
  4. Teilbibliothek Mathematik/Physik/Informatik/Ingenieurwissenschaften (TB NW II)
  5. Teilbibliothek Geowissenschaften (TB GEO)
  6. Teilbibliothek Musiktheater, Schloss Thurnau (FIMT)

Studium

Die Universität ist für ca. 13.000 Studierende ausgelegt.[3] Viele Studiengänge sind fächerübergreifend angelegt, z. B. Recht und Wirtschaft, Philosophy & Economics, Internationale Wirtschaft und Entwicklung, Gesundheitsökonomie, Sportökonomie, Sporttechnologie, Polymer- und Kolloidchemie, Geoökologie (Umweltnaturwissenschaften), Global Change Ecology oder Angewandte Informatik. Die Universität Bayreuth ist Mitglied im MedienCampus Bayern, dem Dachverband für die Medienaus- und -weiterbildung in Bayern.

Der zentrale Campus
Vor dem Gebäude Geisteswissenschaften I

Forschung

Zentrale Wissenschaftliche Einrichtungen

Universitätscampus, im Hintergrund das Gebäude Naturwissenschaften II
  • Bayerisches Zentrum für Batterietechnik (BayBatt)[50]
  • Bayerisches Geoinstitut (BGI)[51]
  • Bayreuther Zentrum für Kolloide und Grenzflächen (BZKG)[52]
  • Bayreuther Institut für Makromolekülforschung (BIMF)[53]
  • Bayreuther Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (BZMB)[54]
  • Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER)[55]
  • Bayreuth Center for Stable Isotope Research in Ecology and Biogeochemistry (BayCenSI)[56]
  • Nordbayerisches Zentrum für NMR-Spektroskopie (NMR-Zentrum)[57]
  • Bayreuther Materialzentrum (BayMAT)[58]
  • Forschungszentrum für Wissenschaftliches Rechnen (BZHPC)[59]
  • Bayreuth Lab for Digital Sciences (BayLDS)[60]
  • Bayreuther Zentrum für Modellierung und Simulation (MODUS)/Bayreuth Research Center for Modeling and Simulation an der Universität Bayreuth (MODUS)[61]
  • Institut für Entrepreneurship & Innovation (E&I)[62]
  • Institut für Afrikastudien (IAS)[63]
    • Bayreuth Academy for Advanced African Studies (BA), gegründet 2012[64]
    • IWALEWA-Haus: Forum für afrikanische Gegenwartskunst[65]
  • Forschungsinstitut für Musiktheater (FIMT)
  • Bayreuth Institute for American Studies (BIFAS)[66]
  • Bayreuther Zentrum für Sportwissenschaft (BaySpo)[67]
  • Zentrum für Schulforschung und Lehrkräftebildung (ZLB)[68]
  • Bayreuth Humboldt Centre[69]
  • University of Bayreuth Graduate School[70]

In diesen interdisziplinären, fakultätsübergreifenden Forschungseinrichtungen spiegeln sich die Profilfelder der Universität Bayreuth in Forschung und Lehre wider.[71]

Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder

  • Cluster of Excellence „Africa Multiple“ (EXC 2052)[72]

DFG-Sonderforschungsbereiche

  • Sonderforschungsbereich 1585 MultiTrans (ab 1. Oktober 2023)[73]
  • Sonderforschungsbereich 1357 Mikroplastik[74]
  • Sonderforschungsbereich TR 225: Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen (in Zusammenarbeit mit der JMU Würzburg und der FAU Erlangen-Nürnberg)[75]
  • Abgeschlossene Sonderforschungsbereiche[76]

Des Weiteren bestehen folgende DFG-Forschergruppen:

  • Forschergruppe 608: Nichtlineare Dynamik komplexer Kontinua
  • Forschergruppe 562: Dynamik von Bodenprozessen bei extremen meteorologischen Randbedingungen
  • Forschergruppe 582: Electron Transfer Processes in Anoxic Aquifer
  • Forschergruppe 402: Funktionalität in einem tropischen Bergregenwald Ecuadors: Diversität, dynamische Prozesse und Nutzungspotenziale unter ökosystemaren Gesichtspunkten
  • Forschergruppe 790: Classification of Algebraic Surfaces and Compact Complex Manifolds
  • Forschergruppe 655: Priorisierung in der Medizin: Eine theoretische und empirische Analyse unter besonderer Berücksichtigung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Graduiertenförderung

  • University of Bayreuth Graduate School (Zentrale wissenschaftliche Einrichtung) und WIN Academy[77]

International Graduate School, gefördert aus der Exzellenzstrategie

  • Bayreuth International School of African Studies (BIGSAS) (integriert in den Cluster of Excellence „Africa Multiple“ an der Universität Bayreuth)[78]

DFG-Graduiertenkollegs

  • IGRK 2818 „Optische Anregungen in organischen und anorganischen Halbleitern: Verstehen und Kontrollieren durch externe Stimuli“ (gemeinsam mit der University of Melbourne und Monash University, Australien)[79]
  • IGRK 2156 Deep Earth Volatile Cycles (gemeinsam mit der Universität Tōhoku, Japan)[80]

DFG-Schwerpunktprogramme, von der Universität Bayreuth koordiniert

  • SPP 2370 Interlinking catalysts, mechanisms and reactor concepts for the conversion of dinitrogen by electrocatalytic, photocatalytic and photoelectrocatalytic methods (“Nitroconversion”)
  • SPP 2006 Compositionally Complex Alloys – High Entropy Alloys (CCA – HEA)[81]

Weitere Forschungseinrichtungen, Forschungsverbünde und Projekte

  • Verbundprojekte im EU-Forschungsrahmenprogramm HORIZON 2020[82]
  • Verbundprojekte im EU-Forschungsrahmenprogramm Horizon Europe[83]
  • Projekte gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung[84]
  • Projekte gefördert durch die VolkswagenStiftung[85]
  • Bayerische Forschungsverbünde[86]
  • Forschungseinrichtungen in Kooperation mit externen Partnern[87]
  • Forschungsstellen der Universität Bayreuth[88]

Persönlichkeiten

Absolventinnen und Absolventen

Hochschullehrer

Zu ehemaligen und aktuellen Hochschullehrern der Universität Bayreuth siehe: Kategorie:Hochschullehrer (Universität Bayreuth)

Im Jahr 2016 existieren an der Universität 323 Professorenstellen, davon sind 45 mit einer Frau besetzt. Mit 52 Prozent ist der Frauenanteil in den Sprach- und Literaturwissenschaften am höchsten. Im Bereich Kulturwissenschaften liegt er bei 33 Prozent, in der Fakultät Mathematik, Physik, Informatik bei 9,8 Prozent. Bei den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften beträgt er 7 Prozent. Die Quote der Professorinnen liegt damit unter dem bayerischen Durchschnitt von 19 Prozent.[90]

Absolventenvereine (Alumni-Arbeit)

Die Alumni-Arbeit an der Universität ist, im Gegensatz zu manchen anderen Hochschulen, nicht zentral (also auf der gesamtuniversitären Ebene und aus der Hochschulleitung bzw. Verwaltung heraus), sondern dezentral organisiert. Die bestehenden Alumni-Strukturen gehen auf Initiativen ehemaliger Studierender zurück und gliedern sich nach Fakultäten, Studiengängen oder Studienbereichen. Bei den folgenden Einrichtungen handelt es sich teils um eingetragene Vereine, teils um weniger formelle Strukturen (Netzwerke):

  • BcG Alumni e. V. – Absolventenverein der Biologie, Biochemie und Geowissenschaften
  • CSG e. V. – Absolventenverein der Chemie
  • Förderverein Philosophy & Economics e. V. – Absolventen- & Studierendennetzwerk des Studiengangs Philosophy & Economics
  • AluMPI e. V. – Absolventenverein der Mathematik, Physik und Informatik
  • RWalumni – Absolventenverein der Recht- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät
  • sabig – Studierende und Alumni der Bayreuther Interkulturellen Germanistik (2008 als Arbeitskreis des IIK Bayreuth e. V. institutionalisiert)
  • Sportökonomie Uni Bayreuth e. V. – Absolventenverein der Bayreuther Sportökonomie

Eine internationale Alumni-Arbeit v. a. im Bereich der interdisziplinären Afrikawissenschaften sowie der Interkulturellen Germanistik wird seit 2009 durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst gefördert. Vertreter der Alumni-Organisationen gehören einem Alumni-Forum an, das unter der Leitung des Vizepräsidenten für internationale Angelegenheiten und Außenkontakte der UBT steht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Prof. Dr. Stefan Leible nahm am 30. Juli 2013 als Universitätspräsident die Amtskette entgegen. ORDO ET CLARITAS – Die Inschrift der Amtskette weist ihrem Träger den Weg … (PDF; 263 kB). www.uni-bayreuth.de. Abgerufen am 12. November 2017.
  2. uni-bayreuth.de
  3. a b c Entwicklung der Studierendenzahlen. Universität Bayreuth, 1. Dezember 2016, abgerufen am 27. Juni 2023.
  4. a b Personalstatistik. Universität Bayreuth, 1. Dezember 2016, abgerufen am 30. April 2021.
  5. Netzwerk. Liste der Hochschulen im Netzwerk der DFH. In: www.dfh-ufa.org. Deutsch-Französische Hochschule, abgerufen am 7. Oktober 2019.
  6. Karl Müssel: Bayreuth in acht Jahrhunderten. 1. Auflage. Gondrom, Bayreuth 1993, ISBN 3-8112-0809-8, S. 100 ff.
  7. Herbert Popp: Bayreuth – neu entdeckt. Ellwanger, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-60-9, S. 307 ff.
  8. Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 6. Oktober 2022, S. 8.
  9. Einleitung und Chronologie. 27. Juni 2023, abgerufen am 27. Januar 2019.
  10. Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 6. Februar 2020, S. 8.
  11. a b c Rainer Trübsbach: Geschichte der Stadt Bayreuth. Druckhaus Bayreuth, Bayreuth 1993, ISBN 3-922808-35-2, S. 380.
  12. Karl Müssel: op. cit., S. 253.
  13. a b c Karl Müssel: op. cit., S. 254.
  14. a b c Herbert Popp: op. cit., S. 329.
  15. Vor 50 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 15. Dezember 2021, S. 8.
  16. Bernd Mayer: Bayreuth. Die letzten 50 Jahre. 2. Auflage. Ellwanger, Bayreuth 1988, S. 134.
  17. Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert. Nordbayerischer Kurier, Bayreuth 1999, S. 62.
  18. Kurt Herterich: Vom Bayreuther Schloßturm zum Festspielhügel, S. 23.
  19. Die Gnade der späten Geburt bei nordbayerischer-kurier.de, abgerufen am 26. August 2018
  20. a b c Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert, S. 130.
  21. Bernd Mayer: Bayreuth im zwanzigsten Jahrhundert, S. 135.
  22. a b Der älteste Student ist 76 Jahre alt in: Nordbayerischer Kurier vom 27. November 2017, S. 10.
  23. Kurt Herterich: Im südöstlichen Bayreuth. Ellwanger, Bayreuth 2000, ISBN 3-925361-38-3, S. 80.
  24. Rainer Trübsbach: op. cit., S. 381.
  25. Yvonne Arnhold, Stephan Fuchs: Bayreuth Chronik 1990. Gondrom, Bindlach 1990, ISBN 3-8112-0770-9, S. 163.
  26. Stephan-H. Fuchs: Bayreuth Chronik 1991. Gondrom, Bindlach 1991, ISBN 3-8112-0782-2, S. 13.
  27. Stephan-H. Fuchs: Bayreuth Chronik 1991, S. 108.
  28. So war’s früher: Ein Gebäude für die Verwaltung in: Nordbayerischer Kurier vom 4. Juni 2019, S. 10.
  29. Herbert Popp: op. cit., S. 331.
  30. Vor 25 Jahren in: Nordbayerischer Kurier vom 28./29. August 2021, S. 10.
  31. ...stiftet für Deutschland bei zeit.de, abgerufen am 25. November 2021
  32. Profilfelder. Abgerufen am 10. Juli 2023.
  33. Der Internet-Erklärer in: Nordbayerischer Kurier vom 16./17. November 2019, S. 11.
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