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Leo Scheffczyk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Leo Scheffczyk (1994)
Scheffczyks Kardinalswappen und Wahlspruch

Leo Kardinal Scheffczyk (* 21. Februar 1920 in Beuthen, Oberschlesien; † 8. Dezember 2005 in München) war ein römisch-katholischer deutscher Theologe, Professor für Dogmatik und Kardinal ohne Bischofsweihe.

Jugend und Studium

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Nach seiner Kindheit in Oberschlesien begann Scheffczyk 1938 ein Theologiestudium an der Universität Breslau, wurde aber 1941 zum Militärdienst eingezogen. Bei Kriegsende geriet er 1945 in norwegische Kriegsgefangenschaft. Er schloss sein Studium nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs an der Philosophisch-theologischen Hochschule Freising im Jahr 1947 ab.

Kirchliche Laufbahn

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Am 29. Juni 1947 empfing Leo Scheffczyk im Freisinger Dom durch Michael Kardinal von Faulhaber die Priesterweihe für das Erzbistum Breslau und war zunächst von 1947 bis 1948 als Kaplan in Markt Grafing und anschließend 1948 als Pfarrvikar in Traunwalchen tätig. Von 1948 bis 1951 wirkte er als Subregens am Priesterseminar an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Königstein im Taunus.

Aufgrund seiner theologischen Qualifikationen wurde er 1970 zum Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz berufen und nahm diese Aufgabe bis 1985 wahr.

Am 11. September 1978 verlieh ihm Papst Johannes Paul I. den Titel Ehrenprälat Seiner Heiligkeit.[1]

Von 1983 bis 2001 arbeitete er außerdem als Konsultor für den Päpstlichen Rat für die Familie.

Leo Scheffczyk wurde am 21. Februar 2001 von Papst Johannes Paul II. zum Kardinaldiakon mit der neu eingerichteten Titeldiakonie San Francesco Saverio alla Garbatella erhoben[2], von der am 27. Mai desselben Jahres Besitz ergriff[3]. Sein Wahlspruch lautete Evangelizare investigabiles divitias Christi („Den unergründlichen Reichtum Christi verkünden“) und ist dem Epheserbrief entnommen (Eph 3,8 EU). Da er bereits ein Jahr vor seiner Ernennung zum Kardinal das 80. Lebensjahr vollendet hatte, hatte er bei der Papstwahl im April 2005 kein Stimmrecht. Auch verzichtete Scheffczyk angesichts seines hohen Alters darauf, anlässlich seiner Kardinalskreierung die Bischofsweihe zu empfangen, wie es das Kirchenrecht fordert.

Akademische Laufbahn

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1950 wurde Scheffczyk mit seiner Dissertation zum Thema Friedrich Leopold zu Stolbergs „Geschichte der Religion Jesu Christi.“ Die Abwendung der katholischen Kirchengeschichtsschreibung von der Aufklärung und ihre Neuorientierung im Zeitalter der Romantik promoviert. Danach war von 1952 bis 1959 als Dozent an der PTH Königstein tätig. Nach seiner Habilitation mit einer Arbeit über Das Mariengeheimnis in Frömmigkeit und Lehre der Karolingerzeit[4] an der Ludwig-Maximilians-Universität München bei Michael Schmaus 1957 wirkte er dort außerdem als Privatdozent bis 1959. 1959 wurde er zum Ordinarius im Fach Dogmatik an die Katholisch-Theologische Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen berufen und nahm 1965 einen Ruf an die Universität München an, an der er bis zu seiner Emeritierung 1985 als Professor für Dogmatik forschte und lehrte. Vor allem auf dem Gebiet der Mariologie galt er als ausgewiesener Experte. Zu seinen Schülern zählten so verschiedene Gestalten wie Günther Storck und Leonardo Boff.

Der Theologe war Autor von über 80 Büchern und ca. 1.200 Veröffentlichungen. Unter seinen vielen wissenschaftlichen Publikationen zählt auch die in konservativen Kreisen sehr geschätzte Katholische Dogmatik (8 Bände), die er gemeinsam mit Anton Ziegenaus erarbeitet hatte. Scheffczyk war 1966 bis 1984 Herausgeber der Münchener Theologischen Zeitschrift. Später arbeitete er in der vom späteren Papst Benedikt XVI. mitbegründeten Gustav-Siewerth-Akademie mit.

1994 wurde Leo Scheffczyk mit der Ehrendoktorwürde für Theologie der Universität von Navarra in Pamplona ausgezeichnet.[5]

Leo Scheffczyk starb am 8. Dezember 2005 in München und wurde am 15. Dezember 2005 auf dem Friedhof der Geistlichen Familie „Das Werk“ im Kloster Thalbach, Bregenz, beigesetzt. Das Requiem hielt der damalige Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner (1933–2017).[6]

Primizstola, Rosenkranz und Birett des Kardinals

Mitgliedschaften

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Veröffentlichungen (Auswahl)

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  • Katholische Glaubenswelt. Wahrheit und Gestalt. Pattloch, Aschaffenburg 1977, ISBN 3-557-91148-9.
  • Maria. Mutter und Gefährtin Christi. Sankt Ulrich Verlag, Augsburg 2003, ISBN 3-929246-91-0.
  • Johannes Nebel FSO (Hrsg.): Kern-Worte des Glaubens. Kardinal Leo Scheffczyk in 500 Anregungen. Fe-Medienverlag, Kißlegg 2021, ISBN 978-3-86357-309-6.
Commons: Leo Scheffczyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Annuario Pontificio per l’anno 1997, Città del Vaticano 1997, S. 2403.
  2. Concistoro ordinario pubblico per la creazione di quarantadue nuovi Cardinali e la pubblicazione dei due riservati "in pectore". In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 21. Februar 2001, abgerufen am 4. Februar 2023 (italienisch).
  3. Avviso dell’Ufficio delle Celebrazioni Liturgiche. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 22. Mai 2001, abgerufen am 4. Februar 2023 (italienisch).
  4. Leo Scheffczyk: Das Mariengeheimnis in Frömmigkeit und Lehre der Karolingerzeit. Leipzig : St. Benno-Verlag Gmbh, 1959 (archive.org [abgerufen am 4. Februar 2023]).
  5. Leo Scheffczyk. Universidad de Navarra, archiviert vom Original am 9. November 2017; abgerufen am 4. Februar 2023 (spanisch).
  6. 'Was er euch sagt, das tut'. kath.net, 15. Dezember 2005, abgerufen am 4. Februar 2023 (Ansprache von Kardinal Joachim Meisner zum Requiem bei der Beerdigung von Kardinal Scheffczyk in Bregenz).
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