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Parament

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Gebhardsmitra, Ende des 14. Jahrhunderts, Stift Admont
Frater Benno Haan, Dalmatik des Weihnachtsornates (1680), Nadelmalerei und Reliefstickerei, Stift Admont
Kardinal Lehmann mit moderner Kasel
Sakramentsprozession in Antwerpen mit bestickten Chormänteln

Paramente (neulateinische Wortbildung aus parare, „bereiten“ mit dem Suffix -mentum) sind die im Kirchenraum und in der Liturgie verwendeten Textilien, die oftmals künstlerisch aufwendig gestaltet sind.

Arten von Paramenten

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Stola, Manipel und die Obergewänder (Kasel, Dalmatik, Tunicella, Pluviale) der Liturgen sowie Kelchvelum, Pultvelum und Bursa richten sich nach der jeweiligen liturgischen Farbe.

  • Das Kelchvelum ist ein Tuch zur Verhüllung des Kelches.
  • Das Pultvelum bedeckt das tragbare Pult, auf dem das Messbuch liegt.
  • Die Bursa ist eine aufklappbare Tasche mit versteifter Einlage zur Aufbewahrung und Aufnahme des Korporales.

Zu den Paramenten des Altares zählt die sogenannte Kelchwäsche. Sie besteht aus Palla, Korporale, Kelchvelum und Lavabotuch, gefertigt aus reinem Leinen.

  • Das Korporale ist ein quadratisches Tuch. Es wird während der Messfeier als Unterlage für Kelch und Hostienschale verwendet.
  • Die Palla ist eine quadratische, steife Bedeckung des Kelches. Ihre praktische Bedeutung liegt darin, dass sie eine Verunreinigung oder Verdunstung des Messweines verhindert.
  • Das Kelchtuch (Purifikatorium) wird zur Reinigung von Kelch und Hostienschale nach der Kommunion verwendet.
  • Das Lavabotuch dient zum Trocknen der Hände nach der Händewaschung.
  • Das Altartuch ist die Auflage des Altars. In alten, barocken Kirchen sind Altartücher oft mit wertvoller, handgearbeiteter Spitze verziert.

Man unterscheidet Ziboriumvelum und das Velum als Bekleidungsgegenstand:

  • Das Ziboriumvelum ist ein Tuch zum Verhüllen des Gefäßes zur Aufbewahrung des Allerheiligsten.
  • Das Velum als liturgische Kleidung wird auch als Schultervelum bezeichnet. Es wird nach antikem Brauch verhüllend um die liturgischen Geräte gelegt, um diese nicht mit bloßen Händen zu berühren.

Weiterhin zählen neben den genannten auch Tücher (wie das Bahrtuch), Velen zur Verhüllung des Kreuzes in der Passionszeit, Vorhänge, Wandbehänge und Teppiche zur Paramentik eines Kirchenraumes.

Herstellung und Geschichte

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Einige Klöster fertigen Paramente an und nehmen auch Ausbesserungsarbeiten vor. Paramentenwerkstätten haben ihren Sitz oft in Wallfahrtsorten oder am Bischofssitz einer Diözese bzw. Erzdiözese. Im Haus der Seidenkultur, einer früheren Paramentenweberei in Krefeld, und im Mutterhaus der Franziskanerinnen vom Göttlichen Herzen Jesu in Gengenbach befinden sich Kunst- und Paramentenmuseen.[1] Die weltweit älteste evangelische Paramentenwerkstatt[2] geht auf Wilhelm Löhe zurück und ist in einem ehemaligen Betsaal der Diakonissen in Neuendettelsau beheimatet. Löhe gründete 1858 den ersten evangelischen Paramentenverein und publizierte 1857/58 die grundlegende Schrift Vom Schmuck der heiligen Orte.[3] Von Neuendettelsau verbreitete sich die Paramentik schnell weiter, z. B. 1866 nach Dresden an die dortige Diakonissenanstalt, wo nach Martin Eugen Becks Entwürfen gearbeitet wurde.[4] Weitere wichtige Impulse brachte im 20. Jh. der Schriftkünstler Rudolf Koch, der einen Kanon für Symbole und Schriften entwickelte.[3]

  • Sr. Klara Antons: Paramente – Dimensionen der Zeichengestalt. Schnell und Steiner, Regensburg 1999, ISBN 3-7954-1214-5.
  • Franz Bock: Geschichte der liturgischen Gewänder des Mittelalters, oder Entstehung und Entwicklung der kirchlichen Ornate und Paramente mit Rücksicht auf Stoff, Gewebe, Farbe, Zeichnung, Schnitt und rituelle Bedeutung. Nachgewiesen und durch 120 Abbildungen in Farbendruck erläutert von Franz Bock. 3 Bände. Bonn 1859, 1867, 1871.
  • Joseph Braun: Handbuch der Paramentik. Herder, Freiburg im Breisgau 1912 (Volltext).
  • Michael Braunsteiner und Heimo Kaindl (Hrsg.): Historische Textilien aus dem Sakralbereich: Bedeutung und Nutzung. Erforschung und Konservierung. Admont, Diözesanmuseum Graz 1998.
  • Sr. M. Augustina Flüeler: Paramente. NZN-Verlag, Zürich 1949.
  • Wolfgang Huber (Hrsg.): Paramente! Historische liturgische Textilien. Diözesanmuseum St. Pölten, St. Pölten 2011.
  • Heimo Kaindl (Hrsg.): Sonntagspracht und Alltagsg’wand. Eine kleine Kulturgeschichte der kirchlichen Kleidung. Diözesanmuseum Graz, Graz 2012.
  • Hermann Schaffer: Zwei Vorträge an und über die Bruderschaft der ewigen Anbetung (Paramenten-Verein) zu Neisse gehalten von Hermann Schaffer, Weltpriester. Rosenkranz und Bär, 1865.
  • Nikodemus C. Schnabel: Die liturgischen Gewänder und Insignien des Diakons, Presbyters und Bischofs in den Kirchen des byzantinischen Ritus. Echter, Würzburg 2008.
  • Karen Stolleis: Messgewänder aus deutschen Kirchenschätzen vom Mittelalter bis zur Gegenwart: Geschichte, Form und Material. Schnell & Steiner, Regensburg 2001, ISBN 3-7954-1254-4.
  • Hiltrud Westermann-Angerhausen (Hrsg.): Museum Schnütgen – Die liturgischen Gewänder, 11. bis 19. Jahrhundert. Köln 2001, ISBN 3-932800-05-2.

Einzelnachweise

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  1. Paramentenmuseum Gengenbach. (Memento des Originals vom 25. November 2020 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gengenbach.info Kultur- und Tourismus GmbH, Gengenbach.
  2. Paramentik der Diakonie Neuendettelsau (Memento des Originals vom 5. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.paramentenwerkstatt.de
  3. a b Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (Hrsg.): Textil Kunst Kirche: Paramente und textile Kunst im kirchlichen Raum. Justus-von-Liebig-Verlag, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-87390-319-7.
  4. Aus der Geschichte der Paramentik der Diakonissenanstalt Dresden
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